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Süßer kleiner Glückspilz gerettet von Marwin
Leicht verletzt, voller Flöhe und voller Würmer

Schicksal mit Happyend

An einem Samstag im November 2008 werde ich von meinem lieben Nachbarn gebeten, einen kleinen Kater so lange aufzunehmen, bis es ihm wieder besser geht. Im Hause könnte er ihn nicht lassen, da ein Familienmitglied starker Katzenallergiker ist.
Wir sind dann gemeinsam zu dem kleinen Kerl. Da lag er in einem kleinen Karton und war noch ganz benommen.
Hier seine Geschichte:
Marwin war mit dem Motorrad über Land unterwegs. Von weitem konnte er sehen, dass auf der anderen Straßenseite eine kleine schwarze Kugel 3 Mal hintereinander von Autos überrollt wurde. Die kleine schwarze Kugel entspuppte sich als Kätzchen. Damit er sich um den Kleinen kümmern konnte, stellte er erstmal seine Maschine quer zur Fahrbahn. Das Kätzchen lebte, also ab in die Motorradjacke und zum nächsten Tierarzt. Es schien nichts gebrochen zu sein, nur leichte Verletzungen an Pfötchen und Schnäuzchen. Vorsorglich hat er Antibiotikum für den Kater mitbekommen und den Rat, den Kleinen zu beobachten, denn er könnte noch innere Verletzungen haben. Gegen die Würmer bekam er nichts mit, denn erst sollte das Antibiotikum verabreicht werden. Dann den Katermann wieder in die Motorradjacke verstaut und Katzenfutter gekauft und ab nach Hause und die Nachbarin holen.
Marwin, der Kater und ich sind dann zu mir. Während er sich rührend mit dem Kater beschäftigte, richte ich das Badezimmer für den Kater ein. Hier sollte nun für einpaar Tage sein Quatier sein. Schweren Herzens verließ Retter Marwin abends den Kater, der sich mittlerweile ein wenig von seinen Unfällen erholte und das Bad erkundete. Sauste aber ganz flink wieder in seine Höhle. Heilfroh den kleinen Kater, der sich als großer Schmuser entpuppte, gerettet zu haben und wie wir alle, mit einer gewissen Wut im Magen, dass keiner der Autofahrer angehalten hatte.
Ich blieb noch sehr lange im Bad. Der Katermann fing an zu futtern und trinken. Sein Medikament nahm er mir vom Finger ab. Klasse Junge. Er hatte seinen Appetit wieder. Seine kleine Dose hatte er im Nuh aufgefuttert und wollte mehr. Wow, da ging noch eine 400 g Portion rein. Das reicht eigentlich am Tag für Calle und der wiegt 8 kg. Nun musste er auf's Töpfchen. Ich nahm ihn und setzte ihn in sein Katzenklo. Er wieder raus in eine Ecke vom Bad. Kater zurück ins Klo gesetzt, er wieder raus. Kater wieder rein und als ich mit den Fingern im Streu anfing zu buddeln, buddelte er mit und verrichtete von nun an alle sein Geschäfte brav in seinem Klo. Toller Bursche.
Sonntag:
Mit lautem Miau kommt der Kater fröhlich auf mich zugelaufen. Ich nehme den kleinen liebenswerten Schmuser auf den Arm und breche in Tränen aus. Zum Glück keine inneren Verletzungen, denn wer so lebensfroh herumsaust, hat keine Verletzungen am Atmungssystem, auf dass die Tierärztin aufmerksam gemacht hatte. Er ist ein absoluter Herzensbrecher, der unbedingt ein gutes Zuhause bekommen muss. Vorbildlich benutzt er seine Toilette, futtert und säuft. Sorgen macht mir allerdings sein sehr dicker Würmerbauch. Die Flöhe störten mich nicht, da meine Katzen geschützt sind. Einzeln dürfen meine eigenen Fellnasen mal bei dem Kleinen vorbeischauen. Es wird nur geschnuppert aber vorsichtshalber bleibt es bei Kurzbesuchen, um auf beiden Seiten den Stress zu vermeiden. Sonntag futtert der Kleine 800g weg. Für einige Stunden kommt Marwin zu Besuch und knuddelt mit Katerchen.
Montag:
Ich muss wieder zur Arbeit. Dort zeige ich Bilder von dem Kleinen und es gibt Interessenten. Da der Kleine durch die ganzen Würmer Massen an Futter frißt, komme ich zum Füttern mittags wieder nach Hause und mache früh Feierabend. Ein Anruf bei meinem Tierarzt gibt mir grünes Licht das Medikament sofort abzusetzen und dem Kater Wurmmittel zu geben. Der Kleine zischt an der Badezimmertür an mir vorbei und saust ins Wohnzimmer. Mal schauen, wo die anderen Katzen sind und wie es hier sonst noch so aussieht und duftet. Calle hört was, riecht was und sieht da auch was. Wenn Blicke töten könnten. Er richtet sich auf und kommt langsam auf den Kleinen zu, der per Raketenantrieb unter einen Schrank sauste und sofort von  mir auf den Arm genommen wird. Saved ! Und ab wieder ins Bad. 
Dienstag:
Ich öffne morgens die Badezimmertür und mir kommt kein ausgehungertes Katerwesen entgegen. Er sitzt brav in seinem Körbchen und kommt erst, als ich ihn anspreche. Sein dicker Wurmbauch ist weg. Den hatte er über Nacht in seinem Katzenklo gelassen und auch ein bißchen an den Kacheln. Seine schicke schlanke Figur läßt mich mit einem Lächeln die Hinterlassenschaften der Nacht wegmachen. Diese Wurmkur geht über 3 Tage, also heute noch einmal und morgen. Und morgen kommt meine Kollegin Angela, die sich den Kurzen mal ansehen will. Eventuell nimmt sie ihn, hat aber schon eine 8jährige Katzendame und weiß nicht genau, ob das mit beiden klappt.
Mittwoch:
In der Mittagspause fahre ich nach Hause und zeige Angela den Kater. Weil mein Vermieter an der Außenwand vom Badezimmer am Bohren ist, hat sich der Kleine unter dem Regal ganz klein gemacht. Ich nehme ihn auf dem Arm, erstmal weg von dem Krach und dann kam er in die Arme seiner neuen Mami. Probeweise hat sie die den Kleinen gleich mitgenommen. Mit im Gepack sein Klo, Futter und seine Höhle, die ich dann schnell wieder zu einem Transportkorb umfunktioniert hatte. Daumendrücken, dass er sich mit seiner neuen Gefährtin versteht und auch die Zustimmung der anderen Familienmitglieder bekommt.

Happy End ? Ja ! Lukas, so sein Name hat ein wundervolles Zuhause gefunden :-)